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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Aber mir wurde gesagt, dass ich meinen Betta problemlos mit ____ vergesellschaften kann, wieso geht das nicht?

Die Vergesellschaftung mit gewissen Welsen (z.B. Antennenwelse, Ancistrus sp., oder Ohrgitterharnischwelse, Otocinclus-Arten), wie sie oftmals empfohlen wird, stellt für den Kampffisch an sich im Normalfall zwar kein Problem dar, allerdings sind die Ansprüche der beiden Fischarten sehr verschieden. Diese Welse sind auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen und schätzen Strömung, sowie benötigen sie pflanzliches Futter, ganz im Gegensatz zu Kampffischen, die am liebsten gar keine Strömung hätten, sowie pflanzliches Futter nicht vertragen. Den Kampffisch vom Fressen des Welsfutters abzuhalten ist entsprechend schwierig. Zudem ist die dauerhafte Haltung von Welsen in Nano-Aquarien nicht artgerecht, da sie einiges mehr an Platz benötigen.

Die Vergesellschaftung mit schwimmfreudigen Fischen ist darum nicht empfehlenswert, weil diese vom Betta entweder als Rivalen angesehen und attackiert werden (wie z.B. langflossige, farbige Guppies), oder aber die Flossen des Kampffisches anknabbern oder ihm durch ihre hektische Schwimmweise oder auch blosse Anwesenheit erheblichen Stress verursachen. Dies alles führt zu Dauerstress, dadurch erhöhter Krankheitsanfälligkeit, und entsprechend einer sehr verkürzten Lebenserwartung.

"Wieso brauchen Kampffische eine geringe/keine Strömung?"

Ursprünglich leben Kampffische in stillen Biotopen, in den flachen Randregionen von strömungslosen Gewässern. Sind sie mit Strömung irgendwelcher Art konfrontiert, dann müssen sie mit viel Mühe dagegen ankämpfen. Vor allem langflossige Kampffische haben extrem grosse Schwierigkeiten, wenn sie nur schon gegen eine geringe Strömung schwimmen müssen. Auch eine für uns scheinbar schwache Strömung kann für den Betta bereits zu stark sein. Das Wasser sollte wenn, dann wirklich kaum merklich bewegt werden durch den Filter. Etwa so, als würde die nächst schwächere Stufe nur noch ein Tröpfeln sein.

"Muss der Filter immer eingeschaltet sein? Er stört mich in der Nacht, kann ich ihn auch nur tagsüber laufen lassen und nachts ausschalten?"

Wenn ein Filter installiert ist, dann muss dieser zwingend 24 Stunden am Tag laufen. Im Filter befinden sich gute Bakterienkulturen, welche unermüdlich Schadstoffe im Aquarium umwandeln und das Wasser im Gleichgewicht halten. Wird nun der Filter über mehrere Stunden ausgeschaltet, so sterben diese Kulturen ab und nach dem Einschalten wird das abgestandene Wasser im ganzen Becken verteilt. Somit fällt das Aquarienwasser aus dem Gleichgewicht und Schadstoffe sowie «schlechte» Bakterienkulturen überhand nehmen. Dies kann zum Krankheiten und einem frühzeitigen Tod des Fisches führen.

"Wie oft sollte ich meinen Filter reinigen? Und wie mache ich das am besten?"

Einen Filter sollte man grundsätzlich nicht reinigen, ausser das Wasser kann kaum mehr durchfliessen. Ist dieser Zeitpunkt gekommen, so sollte man den Schwamm/die Filtermatte in einem Eimer mit Aquarienwasser ausdrücken. Auf keinen Fall sollte das Filtermaterial mit heissem Wasser gespült werden, da man auf diese Weise die ganzen guten Bakterienkulturen abtötet.

"Kann ich das Aquarium auch ohne Filter betreiben?"

Kampffische können tatsächlich ohne Filter gehalten werden und dies ohne Beeinträchtigungen. Allerdings bietet ein Filter eine weitere nützliche Ansiedlungsmöglichkeit für hilfreiche Bakterienkulturen. Dies kann prekäre Situationen etwas hinausschieben und das Schlimmste vermeiden, sollte mal ein grober Fehler geschehen. Beispielsweise kann es passieren, dass jemand aus Versehen viel zu viel füttert, dieses Futter beginnt zu gammeln, und erst einige Tage später bemerkt wird (weil man in den Ferien war oder viel Stress hatte oder, oder, oder…). Hätte es nun keinen Filter dran, würde das Wasser vielleicht nach 1-2 Tagen bereits «kippen» und der Fisch schwer krank werden oder sogar sterben. Sind nun aber genügend «gute» Bakterien vorhanden und das Wasser wird umgewälzt, so kann ein solches «Kippen» des Wassers länger dauern und der Kampffisch hat eine wesentlich höhere Überlebenschance.

"Braucht ein Kampffisch eine Luftpumpe?"

Weil Kampffische aus stillen, oftmals sauerstoffarmen Gewässern stammen sowie Labyrinthfische sind, brauchen sie keine externe Luftzufuhr im Wasser. Labyrinthfische haben ein zweites Atmungssystem, das ähnlich aussieht wie ein Labyrinth, deswegen der Name. Dieses ermöglicht ihnen und zwingt sie gleichzeitig dazu, atmosphärische Luft zu atmen. Dies wiederum führt dazu, dass sie regelmässig an die Oberfläche schwimmen müssen um zu atmen, ansonsten würden sie ersticken. Somit ist der Sauerstoffgehalt im Wasser für Bettafische vernachlässigbar.

"Was für Pflanzen eignen sich für ein Kampffischaquarium?"

Kampffische mögen grundsätzlich jede Pflanze. Sie lieben verkrautete Aquarien in denen sie ihren eigenen kleinen Urwald regelmässig nach Futter und Neuigkeiten absuchen können, sich auf Blättern in der Nähe der Oberfläche ausruhen können, und einfach so durch das Dickicht schlängeln können. Da ein Bettabecken üblicherweise eher klein ist, sollte allerdings darauf geachtet werden, dass man Pflanzen wählt, die nicht auf einmal riesengross werden und bei weitem die Grösse des Aquariums sprengen. Viele Echinorodus Arten beispielsweise kann man als Jungpflanzen kaufen, aber bei richtiger Pflege können diese weit über 50cm gross werden. Was sicherlich in jedem Kampffischaquarium gut ankommt sind Schwimmpflanzen wie Muschelblumen, Salvinia oder Froschbiss. Diese helfen dabei, Beckenbereiche etwas abzudunkeln, was wiederum dem Betta sehr gefällt.

"Wie lange sollte das Licht brennen? Soll ich eine “Mittagspause” einstellen?"

Dem Kampffisch ist es grundsätzlich egal, ob und wie lange oder wie oft die Beleuchtung eingeschaltet ist. Licht ist hauptsächlich für die Pflanzen wichtig. Über Mittagspause pro und kontra wird öfter diskutiert und oft fällt das Argument, dass es in der Natur ja auch keine Mittagspause gibt in punkto Licht, welchem dann entgegnet wird, dass es in der Natur ja öfter auch Wolken gibt oder Gewitter, während derer die Sonne auch nicht scheint. Am Ende ist es jedem selber überlassen, ob er/sie nun das Licht konstant von morgens bis abends an haben möchte oder nicht. Die gesamte Einschaltdauer sollte für Pflanzen im Bereich von ca. 10-14 Stunden sein, aber auch da gibt es immer wieder Diskussionen. Wenn ihr das Gefühl habt, eure Pflanzen wachsen nicht so toll, dann lasst das Licht etwas länger brennen und testet selber, wie es am besten passt bei euch.

"Wenn das Licht an ist, versteckt sich mein Betta immer in seiner Höhle/unter dem Filter/unter der Wurzel/etc. Wieso macht er das?"

Dies deutet in den allermeisten Fällen auf eine zu starke Beleuchtung hin. Die einfachste Lösung dazu ist das Einsetzen von Schwimmpflanzen, wie weiter oben erwähnt. Somit ist das Becken etwas schummriger und genügend abgedunkelt, dass sich der Betta wohlfühlen sollte.

"Was hat es mit dem Spiegeltraining auf sich?"

Oft hört man von sogenanntem «Spiegeltraining», aber was ist das genau? Unter «Spiegeltraining» versteht man, dass dem Fisch ein Spiegel ans Becken gehalten wird, damit der Betta einen «Eindringling» sieht und diesen versucht zu verscheuchen/attackieren, in dem die Flossen gespreizt werden und ein Imponiergehabe aufgeführt wird. Diesem wird nachgesagt, es habe einen positiven Effekt auf die Flossenpracht der Kampffische und unterstütze die Durchblutung der Flossen. Es soll sogar wichtig für die Gesundheit des Betta sein.

 

Studien dazu wurden keine angestellt. Jedoch hat es in einem voll eingerichteten Aquarium mit Schnecken drin im Normalfall genügend Beschäftigung und Objekte, die ein junger, gesunder Betta anbalzen kann. Natürlich muss er in der Natur regelmässig sein Revier gegen Eindringlinge verteidigen und entsprechend dieses Verhalten an den Tag legen. Inwiefern dies aber tatsächlich wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Fisches ist, ist fraglich. Viele Züchter sind davon überzeugt, dass regelmässiges Training, sei es mit einem Spiegel oder der Ansicht eines weiteren Kampffisches im Nachbarbecken, eine sehr positive Auswirkung auf die Flossenentwicklung der Fische hat. So auch dass ein Fisch, der über Wochen oder Monate seine Flossen nicht spreizen musste auch nicht mehr so weit aufspreizen kann.

 

Viele Halter beobachten, dass sich ihre Fische, die beim Züchter noch super aggressiv waren und beim Zücken des Sichtschutzes sofort auf ihren Nachbarn losgingen, sich plötzlich vor ihrem Spiegelbild verziehen, wenn sie nun in einem schön dicht bepflanzten Zuhause leben.

 

Eventuell liegt dies daran, dass sie in einem (beinahe) kahlen, kleinen Aquarium keine Ausweichsmöglichkeit haben und entsprechend kämpfen müss(t)en, um zu überleben, jedoch in einem natürlichen Umfeld mit Versteckmöglichkeiten sich schnell retten können, ohne sich in Lebensgefahr aufhalten zu müssen. Dies ist jedoch nur eine Vermutung.

"Was ist eine Sepa Box?"

Eine Sepa Box ist ein Plastikgefäss oder kleines Aquarium mit ca. 3-6 Litern Fassungsvermögen, welches als Quarantänebecken bereitsteht, sollte ein Betta behandelt werden müssen.

"Warum habe ich eine Art Schaum auf der Wasseroberfläche?"

Männliche Kampffische bauen oft Schaumnester. Diese dienen zur Fortpflanzung. Sie werden oftmals nach einem Wasserwechsel gebaut oder einfach wenn der Kampffisch sich wohl fühlt und beschäftigen will. Nicht jedes Männchen baut Nester, auch wenn es ihm wunderbar geht und alles passt.

"Mein Männchen hat ein Schaumnest gebaut, braucht er jetzt ein Weibchen?"

Nein, wie oben erwähnt ist ein Schaumnest ein Zeichen, dass es dem Betta gut geht und er sich beschäftigt. Er vermisst auch nicht die Präsenz eines Weibchens.

"Werden Kampffische nicht einsam so ganz alleine?"

Kampffische sind extrem territorial und treffen bzw. dulden sich in der Natur nur zur Paarung, nach welcher das Weibchen wieder vertrieben wird. Oftmals verletzen sich beide Tiere auch bereits vor und währen der Paarung und tragen gröbere Flossenrisse und fehlende Schuppen davon. Kampffische fühlen sich ohne andere Fische, also alleine am wohlsten.

"Wie lange sollte das Becken einlaufen, bevor ich den Fisch einsetzen kann?"

Die Einfahrzeit eines Aquariums dauert oftmals 3-6 Wochen, manchmal auch gute 2 Monate. In dieser Zeit bilden sich verschiedene Bakterienstämme, die für die Stabilität und das Gleichgewicht des Mini-Biotops zentral sind.

 

In Bezug auf Kampffische liest man sehr viele widersprüchlichen Aussagen. Die einen sagen, dass man für Betta keine Einfahrzeit braucht, da sie ja auch ohne Filter auskommen, andere sind der Überzeugung, dass man ausnahmslos jedes Aquarium zwingend einfahren lassen muss, auch ohne Filter und für einen Kampffisch. Ja, was stimmt denn nun?

 

Wenn man das Becken einfahren lässt, ist man immer auf der sicheren Seite. Das bedeutet nicht, dass die Haltung eines Kampffisches ohne das Abwarten der Einfahrzeit unmöglich ist. Aber es bedarf einiges mehr an Fingerspitzengefühl und/oder regelmässigem (täglichem) Testen des Wassers, um bei erhöhten Nitrit und Nitratwerten sofort eingreifen zu können. Man setzt also den Fisch theoretisch dem Risiko einer Nitritvergiftung aus, denn während der Einfahrzeit tritt früher oder später der sogenannte Nitritpeak auf. Wenn man durch häufige Wasserwechsel die Keimdichte regelmässig abbaut, ist dieser möglicherweise zum Teil vermeidbar oder schwächer, aber meist nicht komplett unvermeidlich. Da Kampffische grundsätzlich sehr resistente Fische sind, überleben sie dies auch meistens. Das Risiko allerdings bleibt.

"Wie viel soll ich füttern?"

Die optimale Futtermenge hängt vom jeweiligen Tier ab: von seiner Grösse, Aktivität, seinem Stoffwechsel und aktuellem Zustand. Auch kommt es auf die Art des Futters an.

 

Lebendfutter verdirbt kaum, somit macht es nichts, wenn man mal zu viel davon gibt, weil es das Wasser nicht verschmutzt. Die Ausnahme hier bilden Artemia, welche nach einigen Stunden im Süsswasser sterben. Ist der Fisch jedoch bereits «gut beieinander», dann sollte man auch mit Lebendfutter sparsam umgehen. Im Normalfall würde man je nach Fisch ca. 10-20 Mückenlarven füttern. Soll der Fisch auf Diät gesetzt werden, reichen 2-3 Larven täglich, bis er genug abgespeckt hat. Ausgewachsene Artemia sind grundsätzlich weniger kalorienreich und können daher auch grosszügiger verfüttert werden, unter Beachtung der kurzen Lebensdauer im Süsswasser.

 

Frostfutter kann in derselben Menge verspeist werden wie Lebendfutter, allerdings beginnt es beinahe sofort sich zu zersetzen und sollte daher vorsichtiger verfüttert werden. Hierbei lohnt es sich vor allem zu Beginn, einige Würmchen zu geben und zu beobachten, ob alles sofort gefressen wird. Ist dies der Fall, so kann eine zweite Portion gegeben werden. So lernt man die Gewohnheiten seines Fisches kennen und weiss mit der Zeit, wieviele Larven/Artemien/etc. pro Mahlzeit verspeist werden, ohne dass es Überreste gibt.

 

Junge Fische, die sich noch im Wachstum befinden, sollten eher zu viel als zu wenig gefüttert werden, damit sie gross und stark werden. Dazu eignet sich Lebendfutter besonders gut, weil man eine zu grosse Portion geben kann, welche dann im Verlauf des Tages nach und nach gefressen werden kann.

"Wie oft soll ich füttern?"

Junge Kampffische sollten täglich gefüttert werden, damit sie ohne Mängel aufwachsen und nicht im Wachstum gehemmt werden. Auch ausgewachsene Kampffische dürfen gerne täglich gefüttert werden. In der Natur jagen sie ja auch immer wieder nach Futter.

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