Ernährung
Die Ernährung ist auch bei Fischen sehr wichtig. Zuerst sollte aber gesagt werden, dass Kampffische rein carnivor (fleischfressend) leben. Wichtig bei einer gesunden Ernährung ist die Abwechslung. "Leichter gesagt als getan", denken sich viele.
Da auch wir die Ernährung von Kampffischen als sehr wichtig ansehen, haben wir versucht, die grundlegende Thematik etwas aufzuschlüsseln.
Wir möchten aufzeigen, welche Futtermittel für die Fütterung geeignet sind und wie ihr Abwechslung in die Ernährung bringen könnt.
Lebendfutter
Lebendfutter - ist es so gut, wie alle sagen? Was muss ich beachten?
Frostfutter
Warum raten viele Kampffischhalter davon ab? Ist Frostfutter nicht gut?
Granulatfutter
Kann ich meinem Kapffisch Granulatfutter geben? Was muss ich dabei beachten?
Flockenfutter
Auf der Dose ist ein Kampffisch abgebildet, dann kann das nur richtig sein - oder?
Kampffische und ihr Futter
Das Thema Ernährung ist seit Jahren ein heiss diskutiertes Thema unter Kampffischhaltern und erfahrenen Züchtern. Dass Kampffische vorwiegend carnivor (fleischfressend) leben, da sind sich aber die meisten einig. Doch gibt es auf dem Markt unzählige Kampffisch-Futtersorten sowie Lebendfutter und Frostfutter.
In der Natur ernähren sich Kampffische von dem, was ihnen ihr Habitat an Futtermöglichkeiten anbietet: von schwarzen Mückenlarven über kleine Insekten, die im Wasser landen, bis hin zu vorbeifliegenden Mücken. Kampffische jagen für ihr Leben gerne Futter nach. Dies kann auch im Aquarium beobachtet werden, wenn z.B. Lebendfutter gefüttert wird. Aber auch, wenn Granulatfutter von der Wasseroberfläche herunterrieselt.
Was eignet sich nun als Futter für meinen Kampffisch?
Lebendfutter
Es gibt viele verschiedene Lebendfuttersorten und -arten auf dem Markt, die meist in kleinen Beuteln von 45ml oder 90ml angeboten werden. Für Halter mit nur einem Kampffisch ist auch dies meist schon zu viel, denn Lebendfutter hat nur eine sehr begrenzte Haltbarkeit, welche jedoch mit etwas Geschick um 1–2 Wochen hinausgezögert werden kann.
Geeignete Lebendfuttersorten für Kampffische gibt es viele:
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schwarze Mückenlarven
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weisse Mückenlarven
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Tubifex
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Glanzwürmer
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Artemia
Wichtig beim Füttern mit Lebendfutter ist das Spülen mit frischem Wasser. Das Wasser aus dem Beutel sollte nie ins Becken gelangen. Dazu eignet sich ein Artemia-Sieb, damit nicht gleich alles im Abfluss landet.
Es kann vorkommen, dass bereits bei den Lebendfutter-Farmen Verunreinigungen in die Beutel gelangt sind. Sollten extrem viele tote, z.B. Mückenlarven in einem Beutel sein, empfiehlt es sich, diese nicht zu kaufen resp. zu verfüttern.

Je nach Bedarf lassen sich gewisse Lebendfuttersorten 1-2 Wochen im Kühlschrank lagern. Wichtig dabei ist, dass totes Futter immer abgesaugt wird. Und sobald sich eine Trübung im Wasser bildet, muss dieses komplett gewechselt werden. Die Temperatur sollte dabei der des Kühlschranks entsprechen.
Welche Menge sollte ich meinem Kampffisch nun ins Becken geben?
Diese Frage kann unserer Meinung nach nicht pauschalisiert werden, denn jedes Tier ist anders, und die Menge an Futter ist auch von Grösse und Art des Kampffisches abhängig. Es empfiehlt sich hier meist, die Angaben der Züchter, bei denen man ein Tier erwirbt, zu befolgen.
Grundlegend gilt aber, dass kein Futter nach dem Füttern im Becken verbleiben sollte. Deshalb kann am Anfang ein Tier Stück für Stück gefüttert werden; so erhaltet ihr ein Gefühl dafür, welche Menge für euren Betta passt.
Meistens wird eine Angabe von 5-10 Würmern pro Tag gemacht. Dies ist eine gute Anzahl, um mit dem Futtereinstieg zu beginnen.
Es spielt dabei keine Rolle, ob ihr euren Betta am Morgen oder Abend füttert, ihr könnt die Fütterung auch über den Tag hinweg verteilen.
Euer Betta wird auch ein 2-3 Tage ohne Futter bestens überstehen (sofern er fit und gesund ist). Macht euch also keine Sorgen, wenn ihr übers Wochenende einmal wegfahrt oder stressbedingt das Füttern mal vergessen solltet.
Eine Futterpause, wie es oft geraten wird, ist aber nicht nötig, denn auch in der Natur finden die Tiere immer etwas zu fressen (auch wenn Hochzucht Kampffische in der Natur nicht vorkommen, so stammen sie doch von dort ab).
Lebendfutter kann bei der richtigen Qualität als alleiniges Futtermittel verwendet werden. Wir empfehlen jedoch, verschiedene Sorten zu verfüttern, damit euer Betta Abwechslung bekommt.
Tipp: Viele Lebendfuttersorten lassen sich mit einfachen Mitteln selber züchten wie z.B. Artemia.
Frostfutter
Frostfutter ist nicht ganz so vitaminreich wie Lebendfutter, verhält sich aber in der Handhabung bezüglich Menge und Abwechslung gleich.
Beim Verfüttern von Frostfutter gibt es aber einige Punkte zu beachten, damit sich dies nicht negativ auf euren Betta auswirkt:
Frostfutter sollte immer innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) verfüttert werden; abgelaufene Frostfutter-Tafeln/-Blister sollten entsorgt werden.
Frostfutter sollte immer ausserhalb des Beckens aufgetaut werden. Das direkte Einwerfen von gefrorenem Futter sollte auf jeden Fall vermieden werden. Am besten eignet sich auch hier ein feines Artemia-Sieb. Es sollte kein warmes Wasser zum Auftauen verwendet werden.
Da beim Gefrierprozess viele wichtige Vitamine verloren gehen, ist das Frostfutter ohne Zugabe von Vitamintropfen nicht nährreich. Es empfiehlt sich daher, Vitamine 1x wöchentlich dazu zu dosieren.

Wichtig ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Das bedeutet, dass Frostfutter, welches schon am Auftauen ist, nicht wieder eingefroren werden darf. Futter, welches bereits Gefrierbrand aufweist, sollte ebenfalls nicht mehr verfüttert, sondern entsorgt werden.
Frostfutter kann durchaus mit den entsprechenden Zugaben von Vitaminen als alleiniges Futtermittel verwendet werden, wobei auch hier Abwechslung zu berücksichtigen ist. Mit dem Füttern von roten Mückenlarven haben viele in den letzten Jahren schlechte Erfahrungen gemacht, da diese oft verunreinigt waren und bei den Kampffischen zu Verstopfungen führen können. Daher raten auch wir davon ab, diese zu verfüttern.
Granulatfutter
Granulatfutter ist unserer Meinung nach das Top-Futtermittel, wenn keine Möglichkeit besteht, an Lebend- oder Frostfutter zu kommen. Es ist sehr lange haltbar und kann in fast jedem Aquaristik-Fachgeschäft oder Onlineshop erworben werden.
Auch beim Granulatfutter kann nicht einfach drauflos gefüttert werden. Aber warum?
Hier gibt es ebenfalls qualitativ sehr grosse Unterschiede. Viele Hersteller verwenden pflanzliche Inhaltsstoffe, welche für die Herstellung von Granulat notwendig sind. Granulatfutter ohne pflanzliche Inhaltsstoffe ist daher schwer zu finden.
Die pflanzlichen Inhaltsstoffe sind in geringen Mengen nicht weiter gefährlich für euren Betta.
Wir empfehlen, Granulatfutter einzusetzen, wenn euer Fisch kein Lebendfutter annimmt oder ihr dieses bei euch nicht kaufen könnt.
Für uns sind die Marken Dr. Bassleer von Aquarium Münster und Betta Special All Colors von Discusfood die besten Granulatfutter auf dem Markt. Langjährige Züchter unseres Vereins füttern diese bereits seit vielen Jahren und sind von der Qualität des Futters und damit der Gesundheit ihrer Betta überzeugt.
Jeder Züchter oder Halter hat hier aber seine eigene Meinung und wir möchten niemandem etwas aufdrängen.
Die Firma Aquarium Münster hat mehrere Futtersorten unter der Reihe Dr. Bassleer, die sie vertreibt. Doch welche sind nun für Kampffische geeignet?
Nachfolgend zeigen wir euch, welche Futtersorten wir verwenden und empfehlen. Als Beschreibung dienen die Angaben der Herstellerseite im Original.







Ein weiteres super Granulatfutter für Kampffische ist das All Colors der Firma Discusfood.
Hierbei handelt es sich um ein Soft-Granulatfutter, welches nicht weiter aufquillt.
Nach Angaben von vielen Züchtern und Haltern lieben die Kampffische dieses Futter. Wir konnten über die Jahre, in denen wir es verwendet haben, keine negativen Merkmale an den Kampffischen und deren Gesundheit feststellen.
Auch hier sollte aber mit Bedacht gefüttert werden: Zu viel gefüttertes Granulat sollte im Aquarium beseitigt werden. Das heisst aber nicht, dass, wenn 5-6 Körner zu Boden gesunken sind, diese nun herausgenommen werden müssen. Schnecken oder Garnelen freuen sich über diesen kleinen Snack, selbst der Kampffisch findet diese wieder, wenn er durch das Becken schwimmt.
Leider ist dieses Futter noch nicht so etabliert in der Betta-Szene.
Der Verein Betta Helvetia arbeitet aktuell an einem eigenen Soft-Granulat für Kampffische, welches die pflanzlichen Inhaltsstoffe weitgehend nach Möglichkeit verbannt.
Wir versuchen, verschiedenste Inhaltsstoffe zu optimieren. Leider ist ein solcher Prozess langwierig, und auch wir sind alle nur ehrenamtlich in diesem Hobby tätig und arbeiten nebenbei Vollzeit.
Sobald wir aber in der Gestaltung des Futters Fortschritte erzielen, werden wir einige Halter und Züchter anschreiben und um Probefütterungen, Reaktionen und Beurteilungen bitten.
Ihr könnt also gespannt sein.

Flockenfutter
Flockenfutter und Kampffische passen gar nicht zusammen. Diverse Firmen verkaufen Flockenfutter für Kampffische, doch meist haben diese einen zu hohen pflanzlichen Anteil.
Kampffische können Flockenfutter nicht gut verdauen, was früher oder später zu schmerzhaften Verstopfungen führen kann. Im schlimmsten Fall zum Tod eures Fisches.
Oft ist Flockenfutter zudem aus minderwertigen Inhaltsstoffen hergestellt.
Beim Füttern von Flockenfutter sind sich wohl die meisten Züchter und Halter einig, dass dieses für Kampffische nicht zu empfehlen ist.
Auf der Dose ist aber ein Betta, warum kann ich das nicht verfüttern?
Wie bei vielen Dingen im Leben ist die Verpackung marketingbedingt mit schönen Dingen bestückt. So wird die Kauflust der Menschen gesteuert.
Es kann also nicht davon ausgegangen werden, dass, wo sich ein Kampffisch auf der Verpackung befindet, auch kampffischtaugliches Futter enthalten ist. Bitte beachtet immer die Inhaltsstoffe auf der Rückseite des Produktes. Dies gibt euch mehr Aufschluss als das (Marketing-)Foto auf der Vorderseite!
